Antriebe sind unverzichtbar in zahlreichen Produkten, die unseren Alltag prägen. Ob in Automobilen, Flugzeugen, Schiffen oder Industrieanlagen – sie sind allgegenwärtig und bilden einen wesentlichen Bestandteil globaler Märkte. Das stellt Unternehmen vor die Herausforderung, ihre Antriebssysteme international wettbewerbsfähig zu machen. Gleichzeitig konfrontiert sie der Druck des Preiswettbewerbs und der steigende Bedarf nach umweltfreundlichen Lösungen.
Die FVA GmbH liefert mit ihrer fortschrittlichen Getriebesoftware, der FVA-Workbench, Lösungen für diese Herausforderungen. Dies erfolgt im Rahmen vorwettbewerblicher Gemeinschaftsforschung, wodurch nicht nur die Effizienz, sondern auch die Qualität der Getriebeentwicklung gesteigert wird.
Antriebe im globalen Wettbewerb
Frühe Investitionen in aufstrebende Märkte wie China, Indien und den USA haben deutschen Unternehmen ermöglicht, ihr Know-how zu exportieren und lokale Präsenzen aufzubauen. In einem globalisierten Markt konkurrieren sie nun mit etablierten deutschen Anbietern.

Geschäftsführer der FVA GmbH.
Der US-Markt ist geprägt durch Großunternehmen, wie Ford oder General Motors und kleinere Auftragsfertiger. Antriebstechnische Entwicklungen werden häufig in den großen OEMs durchgeführt. Seit 2008 zeigt Tesla jedoch, dass auch in den USA Antriebstechnik entwickelt werden kann und rüttelt damit den gesamten Markt der Elektro-Automobile auf. Im Jahr 2024 erzielten deutsche Maschinenexporte nach China laut Eurostat, dem Statistischen Bundesamt und dem VDMA einen Umsatz von 17,7 Milliarden Euro. Damit zählt China neben den USA, die mit 27,4 Milliarden Euro den größten Umsatz verzeichnen, zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands. Auch Frankreich ist mit einem Exportvolumen von 13,7 Milliarden Euro ein wichtiger Markt. Diese Länder bleiben zentrale Absatzmärkte für deutsche Anbieter im Bereich der Antriebstechnik.
Herausforderungen für die Antriebstechnik
In der Vergangenheit war das Getriebe ein Identitätsmerkmal für Marken, wie etwa bei Citroën, die das Logo ihres besonders leisen, doppelschrägverzahnten Getriebes in ihren Pfeilen abbildeten. Heutzutage wird das Getriebe jedoch oft als austauschbare Massenware betrachtet, bei der der Preis häufig den Ausschlag gibt.
Neben rein kommerziellen und technischen Gesichtspunkten gewinnen zudem auch ökologische Faktoren an Bedeutung. Der Einfluss unseres Handelns auf das Klima rückt vermehrt in den Fokus vieler Unternehmen. Bei der Entwicklung CO2-neutraler Produkte wird die Qualität zunehmend zu einem entscheidenden Aspekt.
Die Herausforderung liegt folglich darin, wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln, die nicht nur effizient sind, sondern auch den Qualitätsanforderungen für umweltfreundliche Produkte gerecht werden. Hierbei spielen zwei Faktoren eine entscheidende Rolle: Erstens, vorwettbewerbliche Gemeinschaftsforschung und zweitens, ein flexibles Produktportfolio mit maßgeschneiderten Getriebelösungen.
Betrachtet man die gegenwärtige Situation, befindet sich Europa in einer unangenehmen „Sandwichposition“. Einerseits bieten asiatische Staaten zunehmend kostengünstige Produkte im Commodity-Bereich an, wobei staatliche Unterstützung und ein umfangreiches Arbeitskräftereservoir europäischen Anbietern die wirtschaftliche Bedienung dieses Marktsegments erschweren.
Andererseits fördert die USA die heimische Produktion und bevorzugt Hersteller, die in den USA produzieren. Es ist nicht zu erwarten, dass der global zunehmende Protektionismus in den nächsten Jahren abnehmen wird.
Hieraus ergibt sich für deutsche Anbieter die Notwendigkeit, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten – insbesondere im Mittelstand. Wie kann das gelingen? Möglicherweise bleibt uns in Europa kaum eine andere Chance als die Flucht nach vorne, indem wir uns auf technologisch anspruchsvolle Produkte im Hochpreissegment konzentrieren. Dies bedeutet aber auch, dass die bestehenden Produktportfolios überarbeitet und optimiert werden müssten, um die vorhandenen Reserven aus den Konstruktionen herauszuholen. Bei Neuentwicklungen
muss von Anfang an auf maximale Leistungsdichte
geachtet werden. Hierzu reichen die herkömmlichen
normativen Ansätze mit ihren konservativen Annahmen
nicht mehr aus.
Gemeinschaftsforschung in der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA)
Die vorwettbewerbliche Forschung, wie sie von der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA) betrieben wird, ermöglicht wegweisende Erkenntnisse, ohne die eigenen Forschungs- und Entwicklungsbudgets zu belasten. Seit über fünfzig Jahren arbeiten Industrieentwickler und wissenschaftliche Forscher gemeinsam in der FVA an grundlegenden Fragen der Antriebstechnik. Diese Form der industriellen Gemeinschaftsforschung bildet die Basis für Innovationen.
Aktuelle Analysen aus dem FVA-TechRadar zeigen, dass die deutsche Antriebstechnik gut für zukünftige Entwicklungen gerüstet ist. Technologien wie Höchstdrehzahlen für die Wasserstoffverdichtung und langjährige Reibungsoptimierungen sind bereits fest im Repertoire verankert. Im Hinblick auf die zuvor genannten Herausforderungen ist der zweite Faktor komplexer. Es geht nicht nur um bewährte, geprüfte und erfolgreiche Produktlinien, sondern auch um die grundlegenden Unternehmensphilosophien. Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich durch ihr Verständnis für die Kundenwünsche aus und bieten maßgeschneiderte Produkte an, die exakt auf diese Bedürfnisse zugeschnitten sind.
FVA-Workbench: Transfer der Gemeinschaftsforschung in eine effiziente Software für Getriebedesign Die FVA-Workbench ist mehr als nur eine Software für Getriebedesign – sie fungiert als Brücke zwischen Gemeinschaftsforschung und effizienter Anwendung. Die Plattform übersetzt Forschungsergebnisse der Antriebstechnik in praxisrelevante Formate und bleibt stets auf dem neuesten Stand. Dies beschleunigt maßgeblich die Entwicklung und Innovation in der Antriebstechnik. Mit ihrer Zuverlässigkeit und benutzerfreundlichen Ausrichtung agiert die FVA-Workbench als verlässlicher Berater in dynamischen und volatilen Zeiten.
Komplexe Zusammenhänge lassen sich in ihr einfach darstellen, was die Simulation und Bewertung von Einflüssen erleichtert. Der hohe Grad an Automatisierung ermöglicht Ingenieuren, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, anstatt sich mit dem Abschreiben von Tabellen und Datenblättern aufzuhalten.
Die holistischen Betrachtungsmöglichkeiten erlauben eine umfassende Herangehensweise an Getriebeentwicklungen – von der Konzeption bis zur Optimierung in allen Phasen.
Sowohl die Wahl der Getriebebauform als auch die Feinheiten der Gehäusesteifigkeit können einfach berücksichtigt werden.
Die in der Software verwendeten Berechnungsmethoden basieren auf Ergebnissen deutscher Spitzenforschung. Mitglieder der FVA begleiten die Projekte und bringen ihre Expertise ein, was ihnen eine bedarfsgerechte Gestaltung und einen tieferen Einblick in die Hintergründe der Verfahren ermöglicht. Diese direkte Verbindung zwischen Forschung und Praxis erlaubt den FVA-Mitgliedern, sowohl von den Erkenntnissen zu profitieren als auch aktiv an der Weiterentwicklung der Antriebstechnik teilzuhaben. Die enge Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen und FVA-Mitgliedern wird so zu einem zentralen Treiber für Innovationen in der Branche und bietet die Möglichkeit, abseits des allgemeinen Wissens leistungsfähige, optimierte und technisch anspruchsvolle Produkte effizient zu entwickeln.
Die Experten der FVA sind auch in anderen zukunftsweisenden Themen des deutschen Maschinenbausversiert. Dank des REXS-Modells (Reusable Engineering Exchange Standard) können Daten nahtlos zwischen verschiedenen Programmen ausgetauscht werden, wodurch Abschreibfehler und Übertragungsprobleme eliminiert werden. Durch die Standardisierung der REXS-Schnittstelle in der Asset Administration Shell ist das Getriebe vollständig in die vernetzte Industrie 4.0 integriert und beschreitet somit einen wegweisenden Pfad in Richtung digitaler Innovation.
Denn nur durch den Vorsprung im Know-how und die konsequente Anwendung desselben wird es möglich sein, sich im internationalen Vergleich behaupten zu können.
Mehr Informationen auf: fva-service.de













