
Nach Jahrzehnten Pause sollen bald wieder Menschen auf dem Mond landen. Und sie werden auch wieder mit einem Fahrzeug unterwegs sein. Neun Mondautos hat es bislang gegeben – die meisten waren unbemannt. Ihnen hat der Hamburger Journalist Harald Kaiser, früher Leiter des Ressorts Auto und Technik beim „Stern“, nun ein kleines Buch gewidmet.
„Reifenspuren für die Ewigkeit“ zeichnet auf knapp 70 Seiten Anfang und Entwicklung der Mondrover nach. Im kollektiven Gedächtnis hat sich vor allem das zweisitzige Lunar Roving Vehicle der NASA festgesetzt, von dem je ein Exemplar bei drei Apollo-Missionen 1971 und 1972 auf dem Mond benutzt wurde.

Allerdings war es nicht das erste Fahrzeug, das auf dem Erdtrabanten herumfuhr. Bereits neun Monate vor den Amerikanern hatte die Sowjetunion das achträdrige und „kurzsichtige“ Mondfahrzeug Lunochod 1 auf der Oberfläche des Planeten abgesetzt. Der 2,21 Meter lange und 2,5 km/h schnelle Weltraum-Lada wurde allerdings von der Erde aus ferngesteuert.
Harald Kaiser nennt nicht nur technische Details zu den Weltraumfahrzeugen, sondern illustriert zum Beispiel, wie das US-Mondauto nach der Landung auseinandergeklappt wurde, und berichtet auch von der ersten Autoreparatur auf dem Mond sowie dem einen oder anderen Ereignis rund um die Fahrten. Ideengeber für die Entwicklung des NASA-Fahrzeugs war übrigens ein Deutscher. Den Apollo-Rovern und Lunochod 2 folgten erst rund 40 Jahre später zwei chinesische Fahrzeuge, von denen eines bereits nach 114 Metern im Mondstaub stecken blieb, sowie 2023 noch ein indisches Vehikel, das noch weniger Meter weit fuhr – allesamt unbemannt. Harald Kaiser zählt auch eine kuriose Kugel zu den Mondautos, die die Japaner im vergangenen Jahr auf dem Planeten abwarfen und die sich in der Mitte teilte und per Elektromotor rollte.

Die Geschichte der Mondautos wird weitergehen: Voraussichtlich 2030 wird im Rahmen der Artemis-Mission der NASA wieder ein – dann einmal wieder bemanntes – Geländefahrzeug auf dem Mond landen. Harald Kaiser schließt seinen kleinen Ausflug in die Welt lunarer Mobile mit einem All-Almanach ab, der im 1. Jahrhundert beginnt.

„Reifenspuren für die Ewigkeit“ aus der Edition Blickwinkel ist für zehn Euro bei Google Books als 70-seitiges und mit Fotos versehenes PDF herunterladbar. Zum Download.












