Der Bedarf an Gasmotoren zur Wärme und Stromgewinnung weltweit wächst stetig. MAN hat nun seine bewährte V12-Plattform überarbeitet und mit neuen Turboladern ausgestattet.
Seit Einführung der Baureihe D28 im Jahr 2012 hat sich die Baureihe mit über 10.000 verkauften Aggregaten zu einem Erfolgsmodell im Gasmotorensegment entwickelt. Entsprechend der Anforderung in internationalen Märkten und strengeren Emissionswerten, hat der Hersteller die Baureihe nun überarbeitet und den Bedürfnissen der Kunden angepasst.
Trockene Turbolader für höhere Robustheit
Im Zentrum der überarbeiteten Baureihe stehen neue, robustere Turbolader. Kamen bei der Vorgängerbaureihe noch wassergekühlte Turbolader zum Einsatz, setzt MAN nun auf trockene Turbinengehäuse mit thermischer Isolierung.
Durch den Entfall von Verschraubungen und Schläuchen reduziert sich einerseits die Möglichkeit von Leckagen, zum anderen lassen sich teure Turboladerschäden durch thermische Hotspots bei Ausfall oder Störung der Kühlmittelpumpe vermeiden. Um die Verdichterseite und turboladernahe Komponenten dennoch wirkungsvoll vor der Abwärme der Turbine zu schützen, setzt man auf eine komplette Einhausung der abgasführenden Hälfte des Turboladers. Zudem sollen neue Axial und Gleitlager aus einer speziellen Bronzelegierung für eine besserte Korrosionsbeständigkeit und längere Standzeiten sorgen.
Reduzierte Emissionswerte
Auch wenn die Motoren hauptsächlich für internationale Märkte gedacht sind, steigend auch im Ausland die Anforderungen an Abgasemissionen. Dies hat der Hersteller bei der Überarbeitung der Gasmotoren berücksichtigt, sodass die neuen E3262 nun innermotorisch zuverlässig die internationalen Emissionsgrenzwerte von 250 mg NOₓ/Nm³ (Normkubikmeter) erfüllen und damit für viele Märkte genehmigungsfähig sind.
Ergeben sich durch Regulation besonders hohe Anforderungen an die NOx-Emissionen, so können die Motoren mit einer externen Abgasnachbehandlung – wie einem SCR-System – ausgerüstet werden, sodass auch der Grenzwert von 100 mg NOₓ/Nm³ eingehalten werden kann. So ermöglicht MAN Engines den Betreibern hohe Flexibilität bei der Planung und Genehmigung ihrer Anlagen und stellt sicher, dass auch strengste Emissionsvorgaben erfüllt werden können.
90-Grad-V12 mit 25,8 Liter Hubraum
Die modernisierten Gasmotoren der Baureihe E3262 basieren auf der bewährten V12-Plattform, die sowohl als Dieselmotor D2862 mit 24,2 Litern Hubraum oder als Gasmotor E3262 mit 25,8 Litern seit 2012 erfolgreich im Markt ist. Im Kurbeltrieb kommen nasse Zylinderlaufbuchse mit Aluminiumkolben zum Einsatz, Bohrung und Hub betragen 132 mm sowie 157 mm, was einen Gesamthubraum von 25,77 Litern ergibt. Die vier Ventile pro Zylinder werden von einer induktionsgehärteten Nockenwelle angetrieben, eine geschmiedete Kurbelwelle übertragt die Antriebsleistung zum Generator. Um die zugeführten Gasgemische zuverlässig zu zünden, kommen M18-Zündkerzen für Industriegasmotoren zum Einsatz.
Der Motor ist sowohl als Turbo- als auch als Saugervariante erhältlich, wodurch sich für unterschiedliche Anwendungsprofile – sei es stromgeführt oder wärmegeführt – flexibel an die Anforderungen der Kunden anpassen lässt. Da Varianten sowohl für 50-Hz- und 60-Hz-Märkte erhältlich sind, ist der E3262 weltweit einsetzbar und erfüllt damit die Anforderungen internationaler Betreiber.
Die neuen Motortypen E3262 LE272 (Erdgas) bzw. LE282 (Biogas) ersetzen die bisherigen Varianten LE202 bzw. LE212 und sind ab sofort bestellbar mit Lieferung frühestens ab der zweiten Jahreshälfte 2026. Die früheren Varianten LE202 und LE212 werden mittelfristig parallel zu den modernisierten Typen LE272 und LE282 verfügbar sein.















