Friedrichshafen. Das neue Hybridgetriebe TraXon 2 Hybrid hat sich in ersten Fahrtests im Praxiseinsatz bewiesen. Europäische Transportflotten sowie Mitglieder des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. erhielten einen Einblick in die Neuentwicklung und konnten das Getriebesystem im ZF-eigenen Testfahrzeug erfahren. Das Resümee der Teilnehmer: Mit der Innovation geht das Unternehmen aktiv auf die Bedürfnisse der Flotten ein, reduziert auf praktikable Weise Emissionen und hilft zugleich, die Gesamtbetriebskosten (TCO) zu senken.
„Der langfristige und wahrnehmbare Mehrwert für Hersteller und Flotten durch die Neuentwicklung von TraXon 2 Hybrid ist vorhanden. Deshalb gehen wir davon aus, dass der Hybrid kommt. In den Anwendungen mit höherer Tagesfahrleistung wird sich der klassische Fernverkehrs-Lkw in Richtung Hybrid-Antriebsstrang orientieren. Die Flotten erreichen ihre CO₂-Einsparziele mit dieser Technologie und die Wirtschaftlichkeit stimmt.“
Christian Feldhaus, Leiter der Nutzfahrzeuggetriebesparte bei ZF
„Die Technologie ist die ideale Kombination aus Effizienz, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit – Werte, die für unsere Branche entscheidend sind. Der gezeigte ZF-Hybrid stellt für unsere Mitgliedsunternehmen eine praktikable Lösung auf dem Weg zur Voll-Elektrifizierung dar, bis die europäische Ladeinfrastruktur großflächig zur Verfügung steht. Nun sollte das System schnell breitflächig getestet werden und auf die Straße kommen.“
Roger Schwarz, Leiter Abt. Technik des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
TraXon 2 Hybrid wurde entwickelt, um die Gesamteffizienz zu verbessern und die CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren, während gleichzeitig die Reichweite und die Tank-Infrastruktur des Verbrennungsmotors erhalten bleiben. Das Getriebesystem, das ZF auf der IAA 2024 vorgestellt hatte, eignet sich für schwere Nutzfahrzeuge sowohl als Vollhybrid- als auch mit Plug-in-Hybridantrieb. Seine Vielseitigkeit ermöglicht eine nahtlose Integration in verschiedene Fahrzeugarchitekturen. Ebenso kann das Getriebesystem neben Diesel mit HVO/E-Fuels, CNG/LPG oder Wasserstoff-Verbrennern kombiniert werden.
Emissionsreduktion und Wirtschaftlichkeit
Kalkulationen mit dem VECTO-Simulationstool zeigen ein CO₂-Reduktionspotenzial von bis zu 47 Prozent im Fernverkehr und bis zu 73 Prozent im Verteilerverkehr, bei entsprechend konsequentem Nachladen. Damit werden die ab 2030 vorgegebenen Flottenziele direkt adressiert und Spediteure profitieren von reduzierten Mautkosten. Entsprechend unterstützt auch ZF die Einordnung des PHEV-Lkws in die europäischen Eurovignetten- und Mautsysteme inklusive einer Gesamtgewichts-kompensation, wie sie für E-Lkws bereits umgesetzt wird.
Technologie der Großserie
Das neue System orientiert sich technisch eng an der bewährten Großserientechnologie von ZF. Im Mittelpunkt steht das Getriebesystem TraXon 2 für schwere Nutzfahrzeuge, das durch In-house-Entwicklungen der diversen Elektrifizierungsbereiche ergänzt wird. Der Elektromotor ist in der sogenannten P2-Anordnung zwischen Kupplung und Getriebe positioniert und überträgt seine Leistung mittels eines Planetengetriebes direkt auf die Eingangswelle. Dadurch kann der Lkw auch rein elektrisch fahren, zudem unterstützt der E-Motor im Boost-Modus den Verbrennungsmotor und ermöglicht elektrische Rekuperation. Die elektrische Architektur arbeitet mit einer Spannung von 600 bis 800 Volt, die Dauerleistung beträgt 190 Kilowatt, wobei die Spitzenleistung deutlich darüber liegt.












