
Foto: Horse Powertrain
Der Antrieb kombiniert einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbomotor mit Generator und Leistungselektronik. Das komplette System wiegt nach Angaben des Unternehmens 170 Kilogramm und erreicht eine Leistung von bis zu 105 kW. Der Verbrennungsmotor dient dabei nicht unmittelbar zum Antrieb der Räder, sondern arbeitet als Stromerzeuger für die Batterie.
Ausgelegt auf 100 Prozent Methanol-Betrieb
Eine Besonderheit ist die Auslegung des Motors auf 100 Prozent Methanol. Ein Hochenergie-Zündsystem soll dabei auch bei niedrigen Temperaturen einen zuverlässigen Betrieb ermöglichen. Horse Powertrain gibt an, dass Kaltstarts mit reinem Methanol bis zu einer Temperatur von minus 35 Grad Celsius möglich seien.
Für die Stromerzeugung setzt das Unternehmen auf einen direkt an der Kurbelwelle montierten Axialflussgenerator. Gegenüber einem vergleichbaren Radialflussmotor soll dieser laut Hersteller 46 Prozent kürzer sein und eine um 63 Prozent höhere volumetrische Leistungsdichte erreichen. Den elektrischen Wirkungsgrad des Generators beziffert Horse Powertrain auf 96,4 Prozent. Zum Einsatz kommt dabei unter anderem Leistungselektronik auf Basis von Siliziumkarbid.
47 Prozent Wirkungsgrad

Für das Gesamtsystem nennt der Hersteller einen Wirkungsgrad von 47 Prozent bei der Umwandlung der im Methanol enthaltenen Energie in elektrische Energie. In Prüfstandstests seien rund 19,6 Liter Methanol erforderlich gewesen, um 40 kWh elektrische Energie zu erzeugen. Damit könnte rechnerisch eine Batterie dieser Kapazität vollständig nachgeladen werden.
Das D20-Methanol-System war erstmals auf der Auto China 2026 in Peking gezeigt worden. Horse Powertrain positioniert die Technik als mögliche Lösung für sogenannte Range-Extended Electric Vehicles (REEV). Solche Fahrzeuge fahren grundsätzlich elektrisch, können ihre Batterie bei Bedarf jedoch über einen mitgeführten Verbrennungsmotor und Generator nachladen.
Ob sich Methanol-Range-Extender im Pkw-Markt durchsetzen können, dürfte unter anderem von der Verfügbarkeit des Kraftstoffs sowie dessen Herstellung abhängen. Insbesondere bei erneuerbar produziertem Methanol könnte das Konzept eine Alternative zu konventionellen fossilen Kraftstoffen darstellen.


