
Während der Diesel in Europa, getrieben von immer strengeren Abgasvorschriften, aus immer mehr Pkw-Baureihen verschwindet, investiert General Motors in eine komplett neue Generation seiner Duramax-Motorenfamilie. Mit dem neuen 8,3-Liter-V8-Diesel zeigt GM, wie wichtig hubraumstarke Verbrennungsmotoren auf dem US-Markt sind – auch mittelfristig.
Mit 8,3 Litern Hubraum ist der neue Duramax der größte und hubraumstärkste V8-Dieselmotor, den GM jemals gebaut hat. Er übertrifft sogar den 8,1-Liter-Vortec-Benzinermotor, der zwischen 2001 und 2006 angeboten wurde.
Der Antrieb richtet sich hauptsächlich an schwere Pick-ups, die vor allem als Zugfahrzeuge eingesetzt werden. Die Zugleistung der entsprechenden Modelle, wie dem Chevrolet Silverado 1500 oder dem GMC Sierra 1500, liegt bei rund 9 Tonnen bzw. 17 Tonnen mit der US-Schwerlastkupplung „Gooseneck”.

Das neue Aggregat leistet 555 PS (414 kW) und erreicht ein maximales Drehmoment von 1.668 Nm bereits bei 1.400/min. Der Vorgängermotor, der 6,6-Liter-L5P, kam auf 470 PS und 1 322 Nm bei 1 600/min. Der Hubraum wächst somit um rund 26 Prozent, während das maximale Drehmoment um ebenfalls rund 26 Prozent steigt.
Konstruktiv ist der neue Duramax 8.3 keine Weiterentwicklung des bisherigen Motors, sondern eine komplette Neuentwicklung. GM setzt dabei auf einen Zylinderblock aus Gusseisen mit Vermiculargraphit (CGI) sowie auf eine geschmiedete Kurbelwelle, geschmiedete Pleuel und Stahlkolben. Mit dieser Komponentenauswahl zielt das Unternehmen insbesondere auf hohe Dauerbelastungen beim Ziehen schwerer Anhänger ab.
VTG Lader, Hochdruckeinspritzung, Luft-Wasser-Ladeluftkühler

Neben der Grundkonstruktion wurde auch die Aufladung grundlegend überarbeitet. Künftig werden die acht Zylinder über einen VTG-Lader mit Ladeluft versorgt. Bei der Ladeluftkühlung kommt eine zweistufige Luft-Wasser-Ladeluftkühlung zum Einsatz. Ein kurzer Ansaugweg im kalten „V” des Motors soll laut GM außerdem das Ansprechverhalten verbessern.
GM trennt sich beim Antrieb der Nebenaggregate vom Riemen und setzt auf Stirnradantrieb: Kraftstoff-, Wasser- und Ölpumpe werden direkt von der Kurbelwelle über Zahnräder angetrieben, was die Effizienz erhöht und die Wartung vereinfacht. Auch der Bremskraftverstärker wird nicht länger durch Unterdruck, sondern elektrisch angetrieben. Eine elektrische Zahnstangenlenkung macht die Servopumpe im Nebenaggregatetrieb überflüssig.
Die Kraftübertragung auf die Räder erfolgt über ein 10-Gang-Automatikgetriebe von Allison. Eine elektronische Bremskraftverstärkung soll das Fahrgefühl des HD verbessern.
60 Prozent der Pickup-Kunden wählen Dieselmotoren

Laut General Motors entscheiden sich mehr als 60 Prozent der Nutzfahrzeugkunden für einen Dieselmotor. Dieser Entwicklung will das Unternehmen folgen und hat umfangreich in die Entwicklung und Produktion der neuen Motorenfamilie investiert.
So flossen laut Unternehmen über 920 Millionen US-Dollar in die Entwicklung des neuen Duramax-Modells und den Fertigungsstandort in Brookville, Ohio. Dort soll das der neue V8 mit hohem Produktionsvolumen künftig vom Band laufen.
Der leitende Chefingenieur Norman Peralta sagt über den neuen Duramax-Motor:„Dieser neue Dieselmotor ist der Höhepunkt jahrzehntelanger Entwicklung und Integration von GM-Dieselmotoren. Von der komplett neu entwickelten Architektur und dem Verbrennungssystem bis hin zur Kühlung, Abgasnachbehandlung und Getriebeabstimmung – dieser Antriebsstrang wurde mit höchster Präzision und unter härtesten Bedingungen konstruiert.“


